In meinem letzten Blogbeitrag erklärte ich, warum Sie auf unserer Website keine Preise für die verschiedenen Behandlungen finden. Weil aber die die ungefähren Preisspannen für die häufigsten plastisch-chirurgischen Eingriffe in der Schweiz bekannt sind, ist auch bekannt, dass eine Brustverkleinerung mehr kostet als eine Brustvergrösserung.
Das scheint auf den ersten Blick widersprüchlich zu sein. Mehr kostet in der Regel auch mehr. Weniger, weniger. Das ist unsere Erfahrung im Alltag. Warum also, ist eine Brustverkleinerung kostspieliger als eine Brustvergrösserung? Es gibt es drei Hauptgründe.
Anspruchsvoller
Erstens: Eine Brustverkleinerung ist im Vergleich zu einer Brustvergrösserung die anspruchsvollere Operation. Bei einer Brustvergrösserung setze ich einen Hautschnitt in der Brustfalte oder um die Brustwarze. Anschliessend bilde ich eine Tasche, in welche ich das Implantat einführe.
Bei einer Brustverkleinerung muss ich die Brust öffnen und anschliessend das Gewebe reduzieren. Danach gilt es, die Brust mit dem verbleibenden Gewebe so wiederherzustellen, damit das Endresultat medizinisch einwandfrei und ästhetisch ansprechend ist.
Noch mehr als bei einer Brustvergrösserung, muss ich darauf achten, dass die Sensibilität der Brustwarzen sowie die Durchblutung nicht beeinträchtigt werden. Im Vergleich zu einer Brustvergrösserung involviert eine Brustverkleinerung mehr medizinische Handwerkskunst und Kreativität.
Zeitaufwändiger
Zweitens: Es dauert länger. Bei einer Brustvergrösserung dauert die Operation in der Regel 45 Minuten bis eine Stunde, bei einer Brustverkleinerung zwei bis zweieinhalb Stunden. Bei einer Brustverkleinerung ist es auch unerlässlich, dass ich mehrere und längere Beratungsgespräche mit der Patientin führe. Ich muss genau verstehen, was die Patientin wünscht und entscheiden, ob dieser Wunsch medizinisch machbar und ästhetisch vertretbar ist. Passt die gewünschte, verkleinerte Brust zum Körper? Kann ich mit dem verbleibenden Brustgewebe arbeiten?
Stationär
Drittens: Es hört sich paradox an, aber eine Brustverkleinerung ist der bedeutend grössere Eingriff in den Körper als eine Brustvergrösserung. Während bei einer Brustvergrösserung – vereinfacht gesagt – geschnitten, ein künstliches Implantat eingefügt und wieder zugenäht wird, wird bei der Brustverkleinerung geschnitten, gezielt an der natürlichen Brust gearbeitet und wieder zugenäht. Entsprechend muss sich die Patientin nach der Operation mehr schonen. Deswegen werden Brustverkleinerungen stationär statt ambulant wie bei (den meisten) Brustvergrösserungen durchgeführt. Sobald Übernachtungen mit entsprechender Betreuung ins Spiel kommen, wird es auch teurer – egal ob die Behandlung in einem Spital oder einer Praxis mit Übernachtungsmöglichkeit erfolgt.
Damit die kleineren Brüste «gross» herauskommen
Für jede meiner Behandlungen trage ich eine grosse Verantwortung, denn es geht immer um das physische und psychische Wohl meiner Patientinnen und Patienten. Manche Eingriffe sind aber deutlich anspruchsvoller als andere. Brustverkleinerungen gehören dazu. Hinzu kommt, dass sich Frauen besonders stark mit ihren Brüsten identifizieren. Bei Brustverkleinerungen setze ich deshalb alles daran, dass die Brüste am Ende «gross» herauskommen.
Haben Sie eine Frage für uns?
Welche Frage lässt Ihnen keine Ruhe? Schreiben Sie uns eine Nachricht und wir werden in einem nächsten Blogbeitrag vielleicht die Antwort liefern.
Dr. med. Borut Banič
Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (FMH)
#FMHandwerker
Fellow of The European Board of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgery (FEBOPRAS)
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