Es wird viel gebacken dieser Tage. Weihnachten steht vor der Tür. Manch eine oder einer greift dabei zum Spritzbeutel, um köstliche Süssigkeiten zu kreieren. Es wird aber auch viel geredet auf Social Media: über Spritzbeutel der etwas anderen Art, kleine Narben, und Dämmerschlaf. Dabei geht es um das (vermeintlich) beste Rezept für eine Brustvergrösserung.
Winterzeit ist Brustvergrösserungszeit.
Winterzeit ist Brustvergrösserungszeit.
Viele Frauen entscheiden sich im Winter für diesen beliebtesten aller ästhetisch-chirurgischen Eingriffe, denn wenn es draussen kalt ist, fällt es ihnen leichter, während sechs Wochen nach der Operation Tag und Nacht einen Stütz-BH zu tragen. Winterzeit ist Brustvergrösserungszeit.
Auch kleine Narben sind sichtbar
Es gibt – abgesehen von eher seltenen Brustvergrösserungen mit Eigenfett – grundsätzlich drei verschiedene Ansätze für eine Brustvergrösserung. Eine kleine, normal entwickelte Brust kann verhältnismässig einfach mit Silikonimplantaten vergrössert werden. Bei einer hängenden Brust kann eine Bruststraffung allein zum gewünschten Resultat führen. Es kann aber auch sein, dass zusätzlich zur Bruststraffung eine Vergrösserung mittels Implantats notwendig ist.
Der erste Ansatz hinterlässt in der Regel eine bis zu 5 cm lange Narbe in der Brustfalte, die beiden anderen Ansätze zusätzliche Narben am Warzenhofrand und vom Warzenhofunterrand senkrecht runter zur Brustfalte.
Einige plastische Chirurgen betonen nun öfter, wie klein die Narbe ist, die sie in der Brustfalte zurücklassen. Es ist dann von sehr kleinen oder ultrakurzen Narben von 2,5 bis 3,5 cm Länge die Rede. Sie erreichen dies, indem sie das Implantat mit einer Art Spritzbeutel durch einen entsprechend kleinen Einschnitt in der Brustfalte in den Hohlraum, die Tasche, hineinpressen.
Interessanterweise sprechen mich Frauen vor einer Brustvergrösserung praktisch nie auf die Grösse der zurückbleibenden Narbe an – zu Recht, meiner Meinung nach. Erstens, weil die Narbe in der Brustfalte ohnehin gut versteckt ist. Zweitens, weil auch eine kleine Narbe immer noch eine Narbe ist, die sichtbar ist und auf einen chirurgischen Eingriff, auf eine Schönheitsoperation, hindeutet.
Interessanterweise sprechen mich Frauen vor einer Brustvergrösserung praktisch nie auf die Grösse der zurückbleibenden Narbe an.
Interessanterweise sprechen mich Frauen vor einer Brustvergrösserung praktisch nie auf die Grösse der zurückbleibenden Narbe an.
Eine leicht grössere Narbe, beziehungsweise ein entsprechend grösserer Hautschnitt, bringt zudem einen wesentlichen Vorteil: Ich sehe während der Operation tiefer in die für das Implantat vorbereitete Tasche hinein. So kann ich allfällige Blutungen oder andere Komplikationen einfach erkennen. Kleineres Loch, kleinere Sichtbarkeit. Grösseres Loch, grössere Sichtbarkeit. In den meisten Fällen bevorzuge ich deshalb einen leicht grösseren Schnitt für maximale Sicherheit.
Auch mit Vollnarkose wieder schnell auf den Beinen
Gerne betont wird in Zusammenhang mit dem kleinen Einschnitt der «minimal-invasiven» Brustvergrösserung auch, dass keine Vollnarkose notwendig ist. Das vermeintliche Zauberwort lautet Dämmerschlaf.
Beim Dämmerschlaf atmet die Patientin im Unterschied zur Vollnarkose noch selbständig. Der Dämmerschlaf ist eine Narkose knapp unter der Vollnarkose. Beide Arten der Narkose müssen von einem Anästhesie-Team überwacht werden.
Beim Dämmerschlaf atmet die Patientin im Unterschied zur Vollnarkose noch selbständig.
Beim Dämmerschlaf atmet die Patientin im Unterschied zur Vollnarkose noch selbständig.
Auch hier bevorzuge ich in der Regel die Vollnarkose, denn bei einer Vollnarkose verspürt die Patientin unterbewusst bestimmt keine Schmerzen mehr. Kommt hinzu, dass mit modernster Anästhesie Patientinnen selbst nach einer Vollnarkose wieder schnell auf den Beinen sind.
Drainagen als Frühwarnsystem
Etwas, worüber meiner Meinung nach bei einer Brustvergrösserung zu wenig gesprochen wird, sind Drainagen. Ich setze meinen Brustpatientinnen beidseitig eine Drainage ein. Diese Silikonschläuche führen nach der Operation Körperflüssigkeit nach aussen in kleine Fläschchen ab. Sie sind für mich ein wichtiger Indikator, der wiederum mit maximaler Patientinnen-Sicherheit zu tun hat.
Es ist eine Art Frühwarnsystem. So wie im Bergbau umkippende Kanarienvögel auf gefährliche Gase hinwiesen, kann viel Blut und Wundsekret in den Fläschchen auf Komplikationen nach einer Brustvergrösserung hinweisen. Wenn wenig Flüssigkeit austritt, entferne ich die Drainagen wenige Tage nach der Operation.
Empfindsamkeit kein Thema, Milchgeben und Krebsvorsorge hingegen schon
Erstaunlicherweise ist für Frauen die Empfindsamkeit der Brustwarzen nach einer Brustvergrösserung auch selten ein Thema. Tatsache ist, dass nach einer Brustoperation die Sensibilität der Brustwarzen und des Warzenhofs vermindert sein kann. Auch darüber kläre ich meine Patientinnen auf.
Zwei Fragen stellen Frauen vor einem Eingriff hingegen oft: Kann ich nach einer Brustvergrösserung noch Milch geben? Kann ich nach einer Brustvergrösserung noch normal eine Brustkrebsvorsorgeuntersuchung machen? In beiden Fällen lautet die Antwort ja. Der Grund dafür liegt darin, dass ich bei einer Brustoperation die Brust als Gesamtorgan nicht «berühre». Deren Integrität als Hautanhangsgebilde, einer speziellen Form von Organ, bleibt vollständig erhalten.
Ihre Sicherheit und Gesundheit stehen an erster Stelle
In der Regel setze ich Implantate über dem Brustmuskel ein. Auch hier spielen medizinische Gründe eine Rolle. Werden Implantate (aus vorwiegend ästhetischen Überlegungen) unter dem Brustmuskel positioniert, kann dieser Muskel bis zur Hälfte geschwächt werden. Egal welche Schönheitsoperation, meine Devise lautet: Eine ästhetische Lösung darf nie ein gesundheitliches Problem schaffen.
Eine ästhetische Lösung darf nie ein gesundheitliches Problem schaffen.
Eine ästhetische Lösung darf nie ein gesundheitliches Problem schaffen.
Die meisten Brustvergrösserungen werden ambulant durchgeführt. Frauen, die sich bei mir die Brust vergrössern lassen, können meine Praxis zwei bis drei Stunden nach der Operation wieder verlassen. Ich bin dann 24 Stunden rund um die Uhr für sie erreichbar. Nach zwei bis drei Tagen kommen die Drainagen raus. Sechs und zwölf Wochen sowie ein Jahr nach der Operation führe ich Nachkontrollen durch.
Brustvergrösserungen sind populär, gerade während dieser Jahreszeit. Sie sind aber nicht ein Freizeitvergnügen wie ein Konzertbesuch. Bei einer Brustoperation unterziehen Sie sich im Grunde freiwillig einer kontrollierten Körperverletzung. Deshalb vertrauen Sie sich nur einem Facharzt für Plastische, Rekonstruktive & Ästhetische Chirurgie (FMH) an. Als solcher gehe ich auf Ihre individuelle Situation ein und wäge Ihre ästhetischen Wünsche sehr sorgfältig mit Ihrer Sicherheit und Gesundheit ab. Gemeinsam vereinbaren wir das beste auf Sie abgestimmte Vorgehen. So sieht das beste Rezept für eine gelungene Brustvergrösserung aus.
Dr. med. Borut Banič
Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (FMH)
#FMHandwerker
Fellow of The European Board of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgery (EBOPRAS)
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