Heute wird meine Praxis 13 Jahre alt.

Und während ich selbst längst kein Teenager mehr bin, ist sie es nun offiziell.

Wie im Leben sind die ersten Jahre die prägendsten – und oft auch die anspruchsvollsten. Die Unsicherheit, die langen Arbeitstage, das ständige Lernen. Etwas von Grund auf aufzubauen, ist nie einfach.

Die Geburtstagstorte in Form der Zahl 13 wurde von Tamina Nacht gebacken, deren Leidenschaft fürs Backen ebenso gross ist wie ihr Engagement für unsere Patientinnen und Patienten. Eine kleine, persönliche Geste, die für etwas Grösseres steht: für die Sorgfalt, Präzision und Hingabe, die unsere Arbeit auszeichnen.

Die ersten Jahre – anspruchsvoll und prägend

Die Eröffnung einer eigenen Praxis war die bedeutendste Entscheidung in meinem Berufsleben. Sie erforderte Ausdauer, Disziplin und die Bereitschaft, Risiken einzugehen – auch finanzielle.

Sie erforderte auch Zuversicht. Nicht nur meine, sondern auch diejenige von Menschen in meinem Umfeld – unter anderem von meinem Vater. Ihm verdanke ich meine Leidenschaft für diesen Beruf.

Die ersten Jahre waren nicht einfach. Eine Praxis aufzubauen, Vertrauen zu gewinnen, sich einen Namen zu erarbeiten – all das braucht Zeit. Es gibt keine Abkürzungen.

Rückblickend kann ich sagen: Die anspruchsvollste Phase liegt hinter uns. Entstanden ist eine etablierte Praxis, getragen von Erfahrung, Kontinuität und einer klaren Philosophie.

Wenn das Körperbewusstsein wächst

13 ist ein spannendes Alter.

Es markiert den Beginn einer Lebensphase, in der sich vieles verändert. Auch die Wahrnehmung verschiebt sich. Jugendliche werden sich ihrer selbst bewusster – ihres Körpers, ihrer Wirkung auf andere. Vergleiche beginnen. Fragen tauchen auf. Manchmal auch Unsicherheiten.

Ästhetische Eingriffe bei jungen Patientinnen und Patienten sind selten – und werden sehr sorgfältig geprüft

Ästhetische Eingriffe bei jungen Patientinnen und Patienten sind selten – und werden sehr sorgfältig geprüft

In meinen Sprechstunden treffe ich gelegentlich auf sehr junge Patientinnen und Patienten – oder deren Eltern –, die sich zu ästhetischen Anliegen beraten lassen möchten. Eine Nase, die als zu dominant empfunden wird. Ohren, die unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Eine Brustentwicklung, die asymmetrisch verläuft oder nicht den Erwartungen entspricht.

Diese Anliegen sind real. Und sie verdienen es, ernst genommen zu werden.

Gleichzeitig erfordern sie eine sorgfältige medizinische Beurteilung.

Gemäss der aktuellen internationalen Statistik der International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS) machen Patientinnen und Patienten im Alter von 17 Jahren oder jünger nur einen sehr kleinen Anteil aller ästhetischen Eingriffe weltweit aus. Zu den häufigsten Eingriffen in dieser Altersgruppe gehört die Rhinoplastik (Nasenkorrektur).

Was sinnvoll ist – und was nicht

Nicht jeder Wunsch nach Veränderung sollte zu einem Eingriff führen. Schon gar nicht in jungen Jahren.

Grundsätzlich gilt:

  • Eine Nasenkorrektur kann in ausgewählten Fällen sinnvoll sein – jedoch nur nach sorgfältiger Abklärung und mit ausreichend Bedenkzeit.
  • Brustoperationen sollten erst in Betracht gezogen werden, wenn das körperliche Wachstum abgeschlossen ist.
  • Eingriffe wie eine Ohrenkorrektur können früher sinnvoll sein, besonders bei ausgeprägtem Leidensdruck.
  • Behandlungen wie Botox oder Filler haben im Jugendalter keinen Platz.

Hier vertrete ich eine klare Haltung.

Ästhetische Medizin hat nichts mit Trends oder sozialen Medien zu tun. Es geht um Verantwortung. Um den richtigen Zeitpunkt. Und darum, das medizinisch und ethisch Sinnvolle zu tun – nicht das, was gerade angesagt ist.

Erfahrung, Verantwortung – und Perspektive

Vielleicht wird hier die Parallele zwischen einem 13-jährigen Menschen und einer 13-jährigen Praxis besonders deutlich.

Mit der Zeit kommt die Perspektive.

Mit der Erfahrung kommt die Klarheit.

Meine Aufgabe besteht heute nicht nur darin, Eingriffe durchzuführen. Sondern darin, zu begleiten. Zu beraten. «Ja» zu sagen, wo es sinnvoll ist – und «Nein», wo es das nicht ist.

Denn gute Medizin definiert sich nicht dadurch, was möglich ist, sondern dadurch, was richtig ist.

Ein Moment der Dankbarkeit

Ein Jubiläum ist auch ein Moment des Innehaltens – um zurückzublicken und Danke zu sagen.

Den Patientinnen und Patienten, die mir über all die Jahre ihr Vertrauen geschenkt haben.

Den vielen Menschen – darunter Partner wie anaPRAX –, die uns auf diesem Weg begleitet haben.

Und Tamina Nacht – nicht nur für die Torte, sondern für ihr Engagement, ihre Herzlichkeit und ihre Verlässlichkeit.

13 Jahre sind ein Meilenstein. Und zugleich nur eine Etappe.

Die Arbeit geht weiter. Sorgfältig. Überlegt. Mein Ziel bleibt es, jeder Patientin und jedem Patienten eine ehrliche Beratung, präzises Handwerk und Ergebnisse zu bieten, die sich richtig anfühlen – nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Jahren.

Dr. med. Borut Banič

Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (FMH)
#FMHandwerker

Fellow of The European Board of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgery (FEBOPRAS)

Das könnte Sie auch interessieren